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hypermetas

nochmal zurück

okay, das vorherige habe ich geschrieben, bevor ich gelesen habe. natürlich waren das keine originären ideen, natürlich gab es flusser, vorher noch vannevar bush und zahlreiche andere medientehoretiker, die sich mit dem hypertext als demokratisierenden medium, als aufbrechung der autokratischen autor-leser-beziehung beschäftigt haben. mal mehr, mal weniger utopisch. dass ich aber ideen habe, die auch andere schon vor mir gehabt haben, lass ich nicht gegen mich sprechen. was gedacht werden kann, wird gedacht werden, gerne auch von verschiedenen menschen nacheinander oder gleichzeitig. das telefon ist ja auch so erfunden worden.


natürlich ist ein sample auch kin hypertext und ein hypertext ist kein sample. aber ein hypertext bietet die idealsten möglichkeiten zum sampeln mit verweis auf original. oder auch zu anderen sampeln.


und natürlich gibt es versuche, hypertexte zu schreiben. es gibt verlage, die hypertexte auf diskette oder cd herausbringen - in wie fern diese "räumlich" beschränkten texte tatsächlich hypertexte sind, nur weil sich links anklicken lassen, sei mal dahingestellt. es gibt autoren, die hyperfiction im web veröffentlichen und deren werke von der mitte zum anfang, vom anfang zur mitte und vom ende zurück gelesen werden können. oder weder ende noch anfang und schon gar keine mitte haben. schließlich gibt es die online-versionen bekannter printwerke.
doch der ultimative hypertext fehlt. hyperfiction geht nicht über klickbare fußnoten hinaus.


laut daniel egloff in digitale demokratie muss für eine wirklich demokratisierende wirkung des hypertextes dieser auch durch jeden nutzer veränderbar sein, um die grenze zwischen autor und rezipienten wirkungsvoll verschwimmen zu lassen. noch geben die autoren die leserichtung oder doch zumindest den inhalt der erzählung vor, ohne das leser in die geschichte eingreifen oder die verweise selbst ändern könnten. werden änderungen am text doch zugelassen, bleiben diese doch sichtbar - mehr oder weniger deutlich. im non-fiktionalen bereich lassen sich schließlich selbst die autoren der wikipedia- einträge zurückverfolgen, denn ältere versionen bleiben gespeichert und verweisen auf den autor. nichts mit unterschiedsloser basisdemokratie.


dazu kommt, dass eine negation des üblichen autor-leser-verhältnis nicht nur von den autoren nicht gewünscht wird. auch die leser sind ganz zufrieden mit dem status quo - wollen texte gar nicht selbst ändern und vor allem wollen sie sich nicht ihre eigene geschichte zusammenklicken, immer in der gefahr, in den unendlichen weiten des hypertextes verloren zu gehen und so eventuell noch DAS ENDE zu verpassen. verständlich allerdings, manchmal lässt an sich ganz gerne berieseln, da ist wohl niemand eine ausnahme.
29.9.06 19:45


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