Stadt bei Nacht - Free Template by www.temblo.com
C O N T E N T
Die schlimmste vollstellbare frage bei einem bewerbungsgespräch ist auch eine der obligatorischsten: Frau Gerdesmeier, wo sehen sie sich denn in 5 jahren, 10 jahren, 2 jahren?
Ich sehe mich nun noch nicht mal morgen irgendwo – weiß ich, ob da auf dem rückweg nicht ein laster wartet, der in einem ungünstigem moment losfährt und mich erwischt, ob ich von der straße weg als was weiß ich, gesicht 2007 gecastet werde oder mich plötzlich entschließe, nach südafrika auszuwandern und dort endlich mal was sinnvolles zu tun? Natürlich sind alle diese optionen relativ utopisch – aber auch nicht ganz auszuschließen. Es gibt viele möglichkeiten, wo ich in 5, 10, 20 jahren sein könnte, und noch mehr möglichkeiten, die dies zu verhindern imstande sind. Planen? Warum? Ja, zugegeben, mein leben passiert mir. Und zwar immer ausgerechnet dann, wenn ich beginne, etwas anderes zu planen.

Letztens habe ich im fernsehen einen professor gehört, der meinte, man solle als intelligenter mensch in höchste vier sätzen paraphrasieren können, wer man ist und wo man hinwill. Ich schaffe das jeweils in einem wort. Wer bin ich: ein zweifler. Wo will ich hin? Überallhin. (gut, eigentlich sinds zwei worte...) Ich will alles sehen und alles ausprobieren, alles wissen und alles kommentieren – aus einer perspektive des konstanten zweifels. Was bleibt mir also anderes übrig, als journalist zu werden? Wenn ich es nicht schon bin, das hängt ganz vom wohlwollen des lesers ab.
Gratuliere, frau gerdesmeier, da hätten wir ja ein ziel, mag so mancher sagen.

Ziel... das klingt so sehr nach ankommen, ankommen klingt so sehr nach abschluss, nach ende, finito, das wars.
allgemeinplatz: der weg ist das ziel.
warum überhaupt ankommen? warum nicht lieber unterwegs sein?
warum fertig werden? warum alpha, warum abschließen, warum nicht konstante überarbeitung?
19.3.07 08:52


14-Tage-Rhythmus

vor zwei wochen noch existenzangst, in zwei wochen bereits ein relativ gesichertes einkommen.
manchmal läuft das leben schneller, als man denkt.
wovor fürchte ich mich nun?

zumindest werde ich dieses jahr am 01. april genau das tun, was ich auch letztes jahr um diese zeit getan habe: ich ziehe nach Berlin.
weg von der psychotischen gasheizung, den sich fröhlich paarenden drosophilas im biomüll, weg von kleinstädtischer uni, weg von hochschulpolitik samt unausgegorener raumplanung, weg von seminarunterlagen und vorlesungsverzeichnissen.
ich bin froh, dass das alles so schnell geht, ansonsten könnte ich wohl auch die nächsten 2 monate nicht schlafen.
19.3.07 08:57


where is my mind?

...way out, in the water
you can see it swimmin´...

diese gasheizung macht mich paranoid.
jedesmal, wenn ich das haus verlasse, erwarte ich wiederzukommen und nur ein großes schwarzes loch vorzufinden, mein leben ausgelöscht.
mein leben = in diesem moment die 80 GB festplatte eines fujitsu siemens amilo L.
man soll sich nicht abhängig von weltlichen besitztümern machen. digitale besitztümer hat nie jemand erwähnt.
du bist nicht dein verdammter datenspeicher....

kleiner trost: wäre meine abschlussarbeit noch nicht abgegeben, eine gasexplosion wäre wesentlich tragischer.
19.3.07 09:02


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