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C O N T E N T
Eine kurze Geschichte des NERVens

Zehn Jahre NERV, zehn Jahre kulturelle und politische Diskussion an der Uni Hildesheim. Seit nunmehr einer Dekade treffen sich fleißige AStA-Mitglieder und andere geübte NERVer und NERVerinnen, um zu recherchieren, was den NERV der Uni-Gesellschaft trifft, um Artikel zu schreiben, die früher dem Rektor und nun dem Präsidenten auf die NERVen fühlen und um Layouts zu entwerfen, die dem NERV der Zeit entsprechen. Unter Einsatz all ihrer NERVenstärke verbringen sie NERVenaufreibende Nächte vor ihren Computerbildschirmenden, im Kampf mit dem zum Teil NERVigsten Layout-, Text- und Bildverarbeitungsprogrammen, die ihre Synapsen je gesehen haben. Und nach Tagen NERVenzerfetzender Anspannung können sie ihn endlich der gespannten Menge präsentieren: den neuen NERV.


In Zeiten, bevor der NERV NERV hieß, gab es die AStA-Info, später den Astaroid. Doch im Wonnemonat Mai des Jahres 1995 entschloss sich ein neu gewählter, hoch motivierter AStA, die hochschulpolitische Diskussion fortan unter einem kurzen, knackigen und irgendwie auch zutreffenden Namen zu bereichern – der NERV war geboren.
Im Vorwort, der Synapse, zum ersten NERV heißt es dazu:
„Die Entstehungsgeschichte dieses Namens ist eine Geschichte vom Chaos, der Feststellung, dass es Konsens nicht immer geben kann, vom Stress und der Erkenntnis, dass NERVen etwas sehr wertvolles sind, vor allem gerade dann, wenn sie wieder einmal in Gefahr geraten, einem/r geraubt zu werden.“
Wie wahr. Und die NERVen der AStA- und Redaktionsmitglieder wurden in den letzten zehn Jahren häufig auf eine harte Probe gestellt.


Der Inhalt
Eine Geschichte des NERV ist natürlich auch eine Geschichte der hochschulpolitischen Entwicklung in unserem Land und deren Widerspiegelung an der Uni Hildesheim. In den Anfangsjahren ist diese von Seiten des AStA geprägt durch die Bemühungen um ein Kollektiv, durch eine gleichmäßige Verteilung der Aufgaben und Verantwortungen – nicht immer zur Zufriedenheit aller Beteiligten, weswegen man schließlich doch zu einem Referenten-System mit (mehr oder weniger) klar verteilten Zuständigkeitsbereichen zurück kehrt.
Seit seinen ersten Jahren zeichnet den NERV eine allgemeinpolitische Ausrichtung aus – Umwelt-, Frauen- und Gleichstellungs- und Antifaschismusthemen werden behandelt. Der NERV bringt Berichte über die Studentenproteste in Frankreich 1996, nimmt sich immer wieder der Asylpolitik an und auch Datenschutzfragen angesichts neuer Chipkarten lassen die Redakteure und freien Autoren - denn auch die gibt es von Beginn an, einen Text im NERV veröffentlichen kann nämlich im Prinzip jeder, der möchte - nicht unkommentiert.
Im Mittelpunkt steht aber immer das, was AStA und alle anderen Studierenden am meisten betrifft: die Bildungspolitik. Bis 1997 – und seit 2004 wieder - ist die Uni Hildesheim Mitglied im fsz, dem Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften; ihm und seinen Aktionen ist in den ersten Ausgaben jeweils eine eigene Sektion gewidmet. Eine Winterausgabe des NERV bereitet die Gremienwahlen vor, stellt die studentischen Kandidaten und seit 2001 auch Informationen über die Abstimmung zum Semesterticket vor.
Die NERV-Redaktion muss angesichts der auf die NERVen fallenden Situation der Bildungspolitik immer wieder NERVen aus Drahtseilen unter Beweis stellen: Im Jahr 1995 zum Beispiel ist die Uni Hildesheim akut von der Schließung bedroht. Wissenschaftliche Stellen werden abgebaut, der Fachbereich Informatik schließlich ganz geschlossen. Ein harter Schlag für die Uni und auch für die NERV-Redaktion, die mit zahlreichen Artikeln den „Kampf um die Uni“ - so der Titel eines von AStA, SP und Professoren gemeinsam ausgerichteten „Zukunftswochendes“ Beginn 1996 - durchaus kritisch begleitet. Die Auswirkungen einer Umwandlung der Hochschule in eine Stiftungsuniversität werden ebenso thematisiert wie die erste Nichtauflösung des Studierendenparlaments zugunsten eines Plenums 2004.
NERV-Thema Nummer eins, im doppelten Wortsinne, waren, sind und bleiben wohl die leidigen Studiengebühren – dieses Special könnte durchaus auch unter dem Titel „Zehn Jahre Versuche zur Abschaffung der freien Bildung“ laufen. Bereits im Herbst 1995 schwebt die Drohung eines kostenpflichtigen Studiums durch die Hochschulflure, der AStA ruft daraufhin an der Uni Hildesheim den „Heißen Herbst“ aus. Der NERV leistet hier Lebenshilfe für alle folgenden Protestgenerationen und veröffentlicht die Erfahrungen und Tipps der Streikenden in einer „Streikfibel“ (im Moment leider vergriffen). Auch sonst kommt der NERV seinem Informationsanspruch zu diesem Thema voll nach: Ein Höhepunkt ist wahrscheinlich das ausführliche Interview mit Präsident Friedrich zu Fragen der Studienfinanzierung im NERV SoSe 2005 (noch zu haben, einfach mal im AStA-Büro fragen).
Im Zuge des NERVenaufreibenden und sehr oft auch zermürbenden Kampfes gegen Gebühren sowie für den Erhalt der Hochschule kommt es immer wieder zu Rücktrittsforderungen gegen Rektoren und Minister, aber auch zu mehr (oder weniger) sinnvollen Vorträgen, mehr (oder weniger) spannenden Podiumsdiskussionen und mehr (oder weniger) provokanten Protestbekundungen, immer begleitet von Berichten im NERV.
Anfang 2005 liegen dann die NERVen blank, als das Bundesverfassungsgericht die Entscheidungskompetenzen in der Bildungspolitik den Ländern zuspricht und Studiengebühren plötzlich und für einige vielleicht überraschend sehr konkret werden. Später im Jahr folgt in Niedersachsen die Unterzeichnung des (Achtung, Euphemismus!) „Zukunftsvertrags“ zwischen Landesregierung und Hochschulen, in dem u.a. die Gebühren schwarz auf weiß festgeschrieben sind.
Im NERV-Archiv entlarven sich auch interessante Parallelen der Geschichte: 1996 soll der damalige Rektor Menzel gehen, da er auf der Landeshochschulkonferenz die Angliederung der Uni an die Uni Hannover befürwortet hat. 2005 löst ein Treffen der Landeshochschulkonferenz ebenfalls heftig geNERVte Reaktionen der Studierenden aus: Präsident Friedrich lädt die LHK in die Domäne, dort bespricht man sich beim Mittagessen über oben genannten Zukunftsvertrag. Draußen demonstriert die Studierendenschaft.
Und das ist erst der letzte Streich in der äußerst NERVenzerfetzenden Konfrontation mit der real-kapitalistischen deutschen Bildungspolitik.


Doch da gibt es auch noch andere Themen, die die NERVen der Studierenden berührten:
2002 NERVte es zum Beispiel besonders, dass in der Uni-Mensa Partys von kommerziellen Veranstaltern betrieben wurden, die man verdächtigte, sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen kostengünstigen Veranstaltungsort sichern zu wollen. Das SP erließ eine im NERV veröffentlichte Resolution – seitdem genießen studentische Gruppen bei der Mietung der Mensa Vorrang. Einer der betreffenden Veranstalter bekam im nächsten Paraneua eine nicht sehr wohlwollende Rezension seiner Bar. Gegen diese Rezension wurde praktisch zeitgleich mit dem Erscheinen der Ausgabe eine einstweilige Verfügung erwirkt und der kleine Text musste in einer NERVigen stundenlangen Sitzung von den AStA-Mitgliedern mit weißen Zettelchen zensiert werden. Was im nächsten NERV natürlich nicht umkommentiert gelassen wurde.

Wie der Untertitel schon sagt, ist der NERV auch die erste Adresse, wenn es um Informationen zum kulturellen Leben an der Uni und in Hildesheim geht. So berichtet der NERV immer wieder über Theateraufführungen, Lesungen und musikalische Highlights von Studierenden, hin und wieder findet sich auch eine Film-, Theater- oder Buchrezension. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die Uni-Partys mit den allseits beliebten (oder doch eher NERVenden?) Party-Fotos.

Die Verpackung
In zehn Jahren hat sich einiges getan in der technischen Entwicklung, der Markt bietet immer neuere, immer tollere Möglichkeiten zur Textgestaltung und Bildmanipulation. Klar, dass eine innovative Redaktion da am NERV der Zeit liegt und immer wieder spannende neue Layouts zu bieten hat.
In den Anfangsjahren zeichnet sich das Titellayout noch durch eine gewisse Sachlichkeit aus, einer Reduktion aufs Wesentliche, die alle Anforderungen einer Ästhetik der Nüchternheit erfüllt. Später wird es dann schon ein wenig verspielter, Streifen und Karomuster treffen auf pastellige Hintergründe und im Mai 1996 zum ersten Mal auf die mittlerweile charakteristische NERVenzelle. Das Logo ändert sich mehrmals von Groß- in Kleinschreibung und wieder zurück. Man probiert alternative Wege zum Ziel und kehrt den Manipulationsprogrammen von Microsoft zu Gunsten von Unix den Rücken. Nach einer Ausgabe hat die Welt der „Winzigweichfenster“ die Redaktion wieder. 1998 werden die Titelfotos größer, der gesamte NERV aber kleiner: Die wohl revolutionärste Änderung im Layout ist die Reduzierung der Größe von A4 auf A5.
So bleibt das dann erstmal bis zum Sommer 2001. Dann die nächste Veränderung: Der NERV goes Hochglanz, wieder in A4. Die großformatigen Titelbilder werden vierfarbig und auch die bei der Verkleinerung verloren gegangene NERVenzelle wird aus der Versenkung gefischt. Schließlich bringt die großartige Röni, bis heute Chef-Titellayouterin unseres Vertrauens, eine Konstante auf die wechselhafte U1: Titelzeile und NERVenzelle ergeben nun eine sowohl ästhetische als auch funktionelle Symbiose und die wichtigsten Themen finden Sie, verehrter Leser, immer unten links.
Überhaupt, die Schlagzeilen, immer aufs Neue eine beliebte Zone zum Ausleben aller Kreativität: Lustige und originelle Wortspiele zu den AStA-Wahlen wie „Alles neu macht der Mai“ (1996, 1998, 2001, 2004,…) gehören zu den Highlights, die die landesweite Hochschulpresse zu bieten hat.
Erwähnenswert sind auch die Sonderausgaben - oder Sonderbaren Ausgaben - der letzten zehn Jahre: So der NERV vom Herbst 1998, der ausschließlich auf dem Flohmarkt gefundene Fotos aus den 1920ern und 1930ern sprechen lässt. Oder der Superhelden-NERV vom Februar 1999, bebildert mit eingescannten Marvel-Comics. Oder der SonderNERV von 2004 mit Stellungnahmen von Politikern, von Studentenwerksvertretern, vom Präsidenten und von Studierenden, in aller Eile am Kopierer vor H1 vervielfältigt, ein brisantes Thema in eher bescheidener Verpackung. Oder die allseits beliebten WeihnachtsNERVs, die mit Tannenbäumen und Winterstimmung auf dem Titel, mit kleinen Gimmicks als Geschenken, mit Plätzchenback-Anleitungen und Einblicken in internationale Traditionen Lust aufs Fest machen – so wie dieser NERV hier.


Das Gesamtkunstwerk
Zehn Jahre NERV – das sind eine Menge Entdeckungen, die man machen kann: Dass Meckel laut Impressum 1996 das erste Mal beim NERV mitgemacht hat, zum Beispiel – und sich mit seiner langjährigen Treue die nach ihm benannte Passage zwischen H1 und H2 wirklich verdient hat. Dass die Bilder, die am schwarzen Brett im StudCaf hängen und daran mahnen, Stühle da zu lassen, wo sie sind, und auch ja seine Tassen auszuspülen, zum ersten Mal in einem NERV veröffentlicht worden sind. Dass der Text „Oh wie schön ist Hildesheim“, seit Jahren fester Bestandteil jedes Paraneua, von einer gewissen Petra stammt – eine Information, die über die langen Jahre hinweg verloren gegangen ist.
Zehn Jahre NERV, zehn Jahre NERV-Redaktion – und davon immerhin schon vier mit meiner Beteiligung, gewissermaßen mit Mitte 20 schon ein Fossil in der allgemeinen Hochschulfluktuation. Einige wenige NERVenstarke sind halt immer noch dabei, mit dabei aber auch einige frische Gesichter - neuer Input, neuer Output, sozusagen. Und so sind wir noch lange nicht müde, der Uni auf den NERV zu fühlen.
13.1.06 15:16


Nachgefragt Abend des StuPas der Uni Hildesheim

?Kann ich mir meine Bildung noch leisten?? - Kaum eine Frage bewegt im Moment die Studierenden hierzulande mehr. Die deutsche Politik diskutiert ?ber Geb?hren f?r das Erststudium, wie die Fakten aussehen, wissen aber viele der Betroffenen ? also der Studis ? nicht.
Deswegen veranstalten das Studierendenparlament und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni Hildesheim im Wintersemester drei Informationsabende mit dem Titel ?Nachgefragt?. Interessierte Studierende sollen Hintergrundinfos bekommen und die Gelegenheit erhalten, mit Sachverst?ndigen ?ber die jeweiligen Fragen zu diskutieren. Letzten Mittwoch ging es also um das Thema Studiengeb?hren und Bildungsfinanzierung.

Als Sachverst?ndige stellten sich Johannes Flosbach, Mitglied im Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS, CDU-Hochschulgruppe) K?ln, und Steffen Krach vom Bundesvorstand der JuSo-Hochschulgruppen den kritischen Fragen der Studierenden. Zu Beginn erkl?rte die Referentin f?r Hochschulpolitik aussen im AStA, Tamara Krings, die verschiedenen Studiengeb?hren- und Studienkonten-Modelle der Bundesparteien. Geb?hren m?ssen bereits w?hrend des Studiums gezahlt werden. Beim Modell der Studienkonten kann der Studierende zun?chst eine gewisse Anzahl an Semestern ?abstudieren?, bevor er zahlen muss.

In der anschlie?enden Diskussion legten die beiden Vertreter der Hochschulgruppen ihre Positionen dar. Johannes Flosbach sprach sich dabei f?r Studiengeb?hren aus. Allerdings d?rfe sich der Staat nicht aus der Bildungsfinanzierung zur?ckziehen. Flosbach forderte eine ?berarbeitung des Stipendienwesens. Au?erdem m?ssten die durch Geb?hren eingenommenen Gelder direkt an die Hochschulen flie?en. Laut Flosbach soll es ? angereizt eben auch durch Studiengeb?hren ? zu einem st?rkeren Wettbewerb der Hochschulen kommen: ?Die Hochschulen m?ssen sich wieder mehr um den einzelnen Studenten bem?hen.?

Steffen Krach berief sich in seiner Argumentation auf die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. ?Nur elf von hundert Kindern aus einkommensschwachen Familien studieren,? erkl?rte er. ?Deutschland hat damit die h?chste soziale Selektivit?t im Bildungssektor?. Studiengeb?hren w?rden diesen Zustand nur weiter verschlechtern. Ziel der Politik m?sse stattdessen eine Erh?hung der sozialen Leistungen sein sowie eine ?berarbeitung des Steuersystems: ?Wer mehr verdient, soll auch mehr Steuern zahlen.? Zum Schluss seines Vortrages machte Krach noch einmal deutlich: ?Studiengeb?hren halten wir f?r den falschen Weg.?
Der n?chste Infoabend findet am 15.12. um 18.00 Uhr in der Uni Hildesheim statt, Titel: ?Nachgefragt: Studentische Mitbestimmung ? was kann ich tun??.




13.1.06 15:21


„Germany 10 points“

Der Leid-Artikel


Wenige Tage vor der Wahl des Bundespräsidenten. „Bei ‚Deutschland sucht den Bundespräsidenten’“, sagt der Scherzkeksreporter und hält einem jungen Mann im grünen T-Shirt das Mikro unter die Nase, „tritt am Sonntag Horst Köhler gegen Gesine Schwan an. Wie heißt denn die Gegenkandidatin von Horst Köhler?“ Der junge Mann im grünen T-Shirt zuckt mit den Achseln. „Tut mir leid, das weiss ich jetzt nicht.“ Auch die Frau mit der Dauerwelle und der Junge mit den lustigen Luftballons auf dem Kopf können die Frage leider nicht beantworten. Dafür wissen sie, dass der Bundespräsident etwas weniger Macht hat als der König von Deutschland und tippen darauf, dass wir bei der Telefonabstimmung zur Wahl zehn Punkte von Österreich bekommen wird.
Ja, Deutschland ferplödet. Hat man oft gehört in letzter Zeit, seit dieser ominösen Pisa-Studie. Mittlerweile mögen so einige Leute vergessen haben, dass Pisa für sie einmal, in ferner Vergangenheit, zuallererst eine Stadt in Italien war – zur Erinnerung: das ist die mit dem schiefen Turm. Man hat das alles vielleicht sogar zu oft gehört, hat sich richtiggehend satt gehört an Bildungsmisere, den Klagen über Deutschlands schlechte Schulen, der Leseschwäche der Schüler, der Forderung nach mehr Förderung. Vielleicht hielt man die ganzen Debatten auch schon für die üblichen Wiederholungen im Fernsehen.
Dann jedoch, vor nicht allzu langer Zeit, der nächste Schock: Jungen sind dümmer als Mädchen! Zumindest, wenn Jungen und Mädchen zusammen unterrichtet werden. Das schreibt der SPIEGEL, und was der SPIEGEL schreibt, das stimmt ja schließlich. Mädchen schnitten in gemischten Klassen in allen Fächern, einschließlich Naturwissenschaften und Mathematik, besser ab. Landläufige Vorurteile wurden von einem Tag auf den anderen entkräftet. Deutschland war erschüttert. (Nun, zumindest hätte es das sein sollen)
Aber Moment: Hier bieten sich doch erstklassige Chancen, der Bildungsmisere entgegen zu wirken! Die Bundesregierung, die schon nach der Pisa-Studie folgerichtig uns logisch handelte – nämlich indem sie einsparte. Im Bildungssektor - bekommt hier die einmalige Möglichkeit, wirklich effektiv etwas gegen die Volksferplödung zu tun. Durch die gezielte Förderung der Förderungswürdigen, sprich: der Mädchen. Die Schulpflicht für Jungen wird einfach aufgehoben – bringt ja eh nichts. Auf einen Schlag spart sich der Staat dadurch einige Lehrerstellen, langfristig auch Dozentenstellen, kann eventuell ein paar Schulen und Universitäten ganz schließen, dadurch fallen noch Verwaltungskosten weg und auch die Stelle der Frauenbeauftragten an Hochschulen würde damit überflüssig. Die ganzen Jungen sitzen natürlich nicht faul zu Hause, sondern treten mit 10 Jahren in das Arbeitsleben ein, als Hilfskräfte, und leisten somit ihren sinnvollen Beitrag zur Volkswirtschaft. Mädchen dagegen bekommen eine wirklich erstklassige Ausbildung durch kleinere Klassen, weniger gestresste LehrerInnen und geschlechtsspezifischen Unterricht. Im nächsten weltweiten „Schüler-Ranking“ steht Deutschland so mindestens unter den ersten Fünf. Der gute Ruf des Landes der Dichterinnen und Denkerinnen ist gerettet.
Jetzt mag man einwenden, dass diese super ausgebildeten Mädchen doch sicher noch weniger Lust hätten, irgendwann Kinder zu bekommen und dass durch dieses Modell die Überalterung der Gesellschaft vorangetrieben würde. Mag ja stimmen – aber ein bisschen Arbeit muss schließlich auch den zukünftigen Bundesregierungen überlassen werden!

PS: Der Bundespräsident wurde natürlich nicht im Telefonvoting bestimmt. Den wählte immer noch die BUndesversammlung (zumindest noch dieses Jahr). Und Horst Köhlers Gegenkandidatin hieß... Gesine Schwan!
Hätten Sie’s gewusst?

Zuerst veröfentlicht im NERV SoSe 2004
13.1.06 15:26


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